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Fotohifi RAW-Format / Teil 3 von 5 Fotohifi
 
 

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Lineare Entwicklung

Bei Bilder mit einem hohen Dynamikumfang (z.B. Gegenlichtaufnahmen) kann mit der heutigen Technik oft nicht der gesamte Tonwertumfang erfasst werden. Man ist gezwungen, sich für Durchzeichnung in den Lichtern oder in den Schatten zu entscheiden.

Übliche Dateiformate sehen eine Anpassung des Gammawertes an die Empfindlichkeit des menschlichen Auges vor. Einige Raw-Konverter bieten die Möglichkeit, beim Entwickeln zunächst auf diese Korrektur zu verzichten und stellen einen linearen Helligkeitsverlauf dar.

Das Ergebnis sind sehr dunkel wirkende Bilder im 16 Bit-Format, bei denen aber mehr Informationen in den hellen Bildpartien enthalten sein können.

Bei entsprechender Weiterverarbeitung kann darauf Rücksicht genommen werden. Die Durchzeichnung von Strukturen in den Lichtern kann "gerettet" werden.


Weiterverarbeitung linear entwickelter Bilder

Die Ergebnisse sind, wie oben dargestellt, noch zu dunkle Bilder. Die linear entwickelten Bilder müssen nachbearbeitet werden.

Für qualitativ hochwertige Ergebnisse benötigt man zumindest das kameraspezifische Farbprofil (z.B. von aboutdigicam.com mit integrierter Gammaanpassung). Zuletzt muß das Bild in den Arbeitsfarbraum (z.B. sRGB) umgewandelt werden.

Für die Kameras Canon D60, 10d und 300d gibt es unter anderem das Tool "LPbatch" von Fred Miranda. Es besteht aus einem kameraspezifischen Farbprofil und verschiedenen Adobe Photoshop - Aktionen.

Ich setze das Tool 10d-LPbatch für die Raw-Dateien der Canon 300d ein und komme auf verblüffend gute Bildergebnisse.


Probleme

Dcraw erlaubt die Voreinstellung der Farbtemperatur auf "Kamera", "Auto" oder individuell über Zuweisung von rot/grün- und blau/grün-Werten.

Das Entwickeln der Bilder mit Dcraw und LPbatch bringt auf Anhieb nur richtige Ergebnisse, wenn

  • die Farbtemperatur "Tageslicht" entspricht oder
  • neutrale Bildbereiche (Grauton) der Automatikeinstellung eine Chance geben oder
  • die Kameravoreinstellung "Auto" gelesen und übernommen werden kann (funktioniert nicht bei allen Kameras, bei Canon 10D und 300d kann sie gelesen werden).

Zuweisen von rot/grün- und blau/grün-Werten

Dies erfordert etwas Übung und Erfahrung.

Aus der Farbtemperatur können diese Werte nicht direkt abgeleitet werden.

Eine kleine Hilfe hierzu kann das Programm "cpicture" von Jürgen Eidt sein, welches das Canon-Rawformat unterstützt und bei einem Weißabgleich das Ablesen der rot/grün- und blau/grün-Werte erlaubt.

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